Avalanche

2000 | Hömma dat war’s

AVA_0006So sagt man wohl. AVALANCHE ist Geschichte wir haben uns 2000 aufgelöst. Die Auflösung hat die unterschiedlichsten Gründe. Hier jetzt auf alle Gründe einzugehen macht überhaupt keinen Sinn, nur so viel – es hängt bestimmt nicht damit zusammen das wir nur noch ein zerstrittener Haufen waren. Wir hatten halt unterschiedliche Ziele und Vorstellungen.

Guido, hat sich Custard angeschlossen und gleich im ersten Jahr mit den Herner Jungs den Überflieger For my King an den Start gebracht und 2005 dann noch Wheels of Time nachgelegt. Lutz hat sich Jack Yello angeschlossen und hier mit Thorns Of Anger und XERIC zwei viel beachtete Alben vorgelegt. Lutz und Martin haben bis 2005 gemeinsam bei Die armen Lämmer für viel Unruhe gesorgt. Michael, Olaf und Martin haben irgend wann Eisheiss gegründet. Es musste ja jemand auf den Probenraum aufpassen.

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05. 11. 1996 | Graffiti – Bericht von Oliver Krede

Heavy Metal Beben hat sein Epi-Zentrum in Holzwickede. Begonnen haben Avalanche Mitte der 80iger Jahre, allerdings noch unter dem Namen Ka’ili. Als 1991 eine erfolgversprechende Besetzung antrat, wurde das erste Live Demo und die erste Demo-Studioproduktion aufgenommen. Beide, sowohl das Erstlings-, als auch das Nachfolgewerk waren schnell vergriffen.

Von da an ging es steil aufwärts mit den fünf Metal-Recken aus Howi-Town. Als Vorgruppe von so bekannten US-Bands wie Virgin Steel und Sahara wurde erstmalig vor einem großen Publikum gespielt.

1994 brachten die Jungs die schon längst fällige Debüt CD Here Comes The King heraus. Das Publikum war begeistert. Szenemagazine in Norwegen und den USA verglichen Avalanche mit Helloween, Gamma Ray, Blind Guardian und anderen namhaften Bands der Metal-Szene. Ein Grund für den Vergleich mit Helloween ist mit Sicherheit auch die enorme Ähnlichkeit von Frontmann Guido Brieke und den frühen Helloween in stimmlicher Hinsicht. Allerdings sind die Jungs allmählich so selbstbewusst geworden, dass sie sich auch zu ihrem eigenen Stil bekennen.In eine Schublade wollen die fünf Schwermetaller sich nicht packen lassen.

Der nächste Höhepunkt war für Avalanche sicherlich, als Vorgruppe von Deutschlands Vorzeige Rockern Axxis zu spielen. Auch dieser Auftritt war ein voller Erfolg. Die proppenvolle Stadthalle war aus dem Häuschen.

09. 1996 | The Circle – Interview von Joachim Tank

The Circle 3/96

Cover The Circle Ausgabe 3/96

Aufgrund der vielen guten Kritiken sind Avalanche vielleicht keine gänzlich Unbekannten mehr. Der Fankreis, den die Band anspricht, dürfte eigentlich auch groß genug sein. Werfen sie sich mitten ins Getümmel zwischen Heavens Gate, Bling Guardian, Helloween, Scanner etc… Noch dazu spielen sie so eigenständig, ehrlich und frisch auf, dass ich die neue CD gar nicht erwarten kann. Diesen Eindruck bestätigt dann auch folgendes Interview:

J.T.: Seid Ihr damit einverstanden, wenn ich sage, dass Here Comes The King so klingt, wie Helloween nach Keeeper 1 hätte klingen müssen, wobei ich euch nicht als Kopie bezeichnen möchte?

Olaf: Das ist ein netter Zug von Dir, aber jetzt mal ernsthaft. Meiner Meinung nach ist Keeper 2 ein würdiger Nachfolger von Part 1. Was uns betrifft, so überlassen wir es lieber anderen, unsere Musik zu bewerten. Dass Du uns mit Helloween vergleichst, fassen wir als Kompliment auf und freuen uns natürlich, aber unser Ziel, so wie Helloween zu klingen, war es nicht.

J.T.: In Zeiten, wo nicht mal mehr bei Metalla ein HM-Video läuft, muss man schon Idealist sein, um diese Musik zu spielen. Ihr macht das schon einige Jahre. Verbindet euch etwas besonderes mit HM?

Guido: Das ist nun mal die Musik, mit der wir aufgewachsen sind. Für mich ist es eine etwas zügellose Art und Weise, um mich auszudrücken. HM ist die einzige Musik, bei der ich eine Gänsehaut bekomme. Zudem strahlt das HM-Publikum für mich die meiste Sympathie aus. Die bewerten in erster Linie die Musik und akzeptieren einen so wie man ist, und nicht wie man aussieht und ob man als Mädchenschwarm geeignet ist.

J.T.: Mit dem Song Hungry (For Sensation) sprecht ihr mir aus der Seele. Gab’s einen besonderen Anlass für diesen Song?

Guido: Die Frage hättest Du nicht stellen sollen, denn mit der Antwort kann ich mehrere Seiten füllen, aber ich fasse mich kurz: Fahr mal Autobahn Richtung Dortmund: Unfall – fahr dann in die Gegenrichtung, Kassel: Stau. Da werden sich die Hälse ausgerenkt, Snacks zum Knabbern ‚rausgeholt und wenn möglich noch ein paar Erinnerungsfotos geschossen … anderer Fall: Da kommt man abends nach Hause und möchte gemütlich vor dem TV sein Abendessen zu sich nehmen und was kommt? Explosiv, Notruf und wie sie sonst noch heißen mögen. Nicht, das es für die Eltern schon schlimm genug ist, dass ihrem Sohn von einer tonnenschweren Diesellock beide Beine abgefahren werden, nein, es muss ja auch für die Leute, die zu Hause im Wohnzimmer sitzen, noch möglichst originalgetreu nachgespielt werden, damit dieser einzigartige Nervenkitzel ‚rüberkommt. Wenn ich dann die Schreinemakers sehe, wie sie aus ihren Gästen den letzten verzweifelten Gefühlsausbruch rauskitzelt, um dann zu zeigen, welch tiefes Mitleid sie doch empfindet, dann krieg ich so’n Hals. Heutzutage ist es schon normal, dass man sich am Leid anderer regelrecht ergötzt, und das kann ich einfach nicht verstehen und deswegen dieser Song.

J.T.: Wollt ihr sonst noch was zu den Texten sagen?

Guido: Ansonsten schreibe ich weniger kritische Texte. Ich möchte einfach nur ausdrücken, was ich empfinde, ohne jedoch anderen dabei meine Meinung aufzudrängen. Ich bin halt nicht der Moralapostel, der mit erhobenem Zeigefinger die Leute auffordert, irgendwelche katastrophalen Missstände zu beseitigen.

J.T.: Wie sind denn die Reaktionen der Fans und der Magazine, ins besondere der größeren?

Matze: Äußerst positiv. Wenn man berücksichtigt, dass wir alles selbst produziert haben und nicht die große Werbetrommel rühren konnten, sind wir wirklich sehr zufrieden.

Guido: Natürlich gab’s auch welche die von uns die große Musikrevolution erwartet haben und dann enttäuscht worden sind, weil wir bereits auf einer schon existierenden Schiene fahren, aber warum sollten wir etwas machen, wozu wir selbst keinen Bezug haben.

Olaf: Wir freuen uns natürlich besonders, dass unsere CD auch im europäischen und amerikanischen Ausland Anklang gefunden hat – das motiviert natürlich. Die Rückmeldungen der Fans sind ebenfalls positiv gewesen, so dass uns bereits jetzt schon Bestellungen für die Nachfolge-CD vorliegen. Irgendwie verrückt, aber das macht natürlich riesigen Spaß.

J.T.: Haben die Auftritte mit Virgin Steel, Sahara und Axxis Eindrücke hinterlassen?

Guido: Wir waren natürlich beeindruckt von der Professionalität, die solche Bands an den Tag legen – davon konnten wir viel lernen. Am besten gefallen hat mir jedoch, dass diesen Bands der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen ist. Das sind keine Götter in Lack und Leder, sondern eben Leute wie Du und ich.

J.T.: Gibt’s Pläne für ein paar Shows außerhalb des Ruhrgebiets?

Matze: Zunächst müssen wir mal einen neuen Gitarrero einarbeiten, da Carsten aus persönlichen Gründen die Band verlassen hat. Durch den Auftritt bei Axxis haben wir eine Anfrage für ein Metal-Festival im Mai ’96 in der Nähe von Göttingen. Darüber hinaus streben wir u. a. auch überregionale Veranstaltungen an – sie müssen sich aber natürlich auch in unserem eher beschiedenen finanziellen Rahmen befinden.

J.T.: Schreibt ihr schon wieder neue Songs? Falls ja, welche Richtung schlagen sie ein?

Guido: Wir sind gerade dabei, neue Stücke einzuspielen, die im Groben den alten Stil fortführen, jedoch von uns diesmal noch etwas erweitert und verfeinert werden. Durch den neuen Gitarristen werden auf jeden Fall neue Elemente mit einfließen.

J.T.: Befinden sich außer United noch mehr ältere Songs auf der CD? Und bestehen noch Chancen, die älteren Demos zu bekommen?

Matze: Tut mir leid – nein. Sämtliche Demos sind ausverkauft und werden nicht noch mal veröffentlicht, da außer United noch Neverending Flight und Flame Of Life auf unserem letzten Demo In Search Of Yaga zu hören waren.

J.T.: Euren alten Namen Ka’ili find ich sehr originell, obwohl Avalanche besser zur Musik auf Here Comes The King passt. War das der Grund für die Umbenennung?

Olaf: Genau, Ka’ili war eigentlich eine Fun-Bezeichnung ohne ausreichenden ‚Tiefsinn, mit der außer uns wohl keiner etwas anfangen konnte.

J.T.: Zum Schluss eine etwas weit hergeholte Frage. In Search Of Yaga, Ka’ili …, habt ihr Interesse an indischer Religion?

Guido: Nö, das sind eigentlich Fantasie-Namen, die mit indischer Religion nichts zu tun haben. Mit Religion ist es wie mit der Politik – da halten wir uns größtenteils raus. Dazu soll jeder seine eigene Meinung haben.

08. 1996 | H.O.R.S.T. NO.1 – Music and all that jazz

Titelbild H.O.R.S.T. music and all that jazz

Cover H.O.R.S.T. music and all that jazz

Tonträger A-Z: Avalanche:  Here Comes The King

Gegen Ende er 80er Jahre war -besonders in Europa- eine Musikrichtung angesagt, die sich „Melodiöser Speed-Metal“ nannte. Trademarks waren hohe, cleane Vocals und ein steriler Gitarrensound, der durch viel Effekthascherei besonders technikversiert klingen sollte. Helloween waren die deutsche Hoffnung auf dem Markt und eine menge Bands versuchten sich an eben diesem Sound. Warum nun das ganze Gelaber? Ganz einfach, bei Avalanche handelt es sich um eine Band die sich genau diesem Stil verschrieben hat und mit ihrer ’94 aufgenommen CD an diese seligen Speed-Zeiten erinnert. Die etwas dünne und drucklose Produktion (vielleicht auch eine Hommage an alte Zeiten) wirkt zunächst ein wenig störend aber nach mehrmaligem Durchlaufen entwickelt die Scheibe einen gewissen Charm, der über dieses kleine Manko hinwegsehen lässt. Besonderen Wert legen Avalanche auf clevere Arrangements die den allesamt melodiösen Songs einen konkurrenzfähige Eigenständigkeit verleihen. Es ist nur ärgerlich, dass sich die Band acht Jahre mit der Suche nach einem geeigneten Sänger rumschlagen musste, bevor man 1993 in Guido Brieke den richtigen Mann fand. Heute gibts Helloween zwar immer noch aber das Medieninteresse hat sich anderen Trends zugewandt. Wer aber schon mehr als eine Dekade durchgehalten hat, wird sich nicht darum scheren und zur Not kann man immer noch die Japaner beglücken.

19. 05. 1994 | Blackbox Unna – Avalanche begeistert die Fans

Unnas Hardrockband Avalanche ist im Aufwind. Davon konnten sich jetzt viele begeisterte Musikfans bei einem Konzert im Kühlschiff überzeugen.

Nachdem die Dortmunder Trashrocker von Parents‘ Hope kräftig eingeheizt hatte, drehte die fünfköpfige Hardrockband auf. Sie besticht durch einprägsame Melodien, harmonischen Gesang, durchdachte Texte und Spontanität. Einflüsse der populären Heavy-Metal-Gruppe Helloween sind unverkennbar. Ihr Song United wird zum absoluten Ohrwurm. Mit ihrem frechen melodischen Sound haben sie sich bereits eine große regionale Fangemeinde erobert. In wenigen Wochen erscheint die erste CD von Avalanche.

04. 1996 | No Fate!

Titel NoFate April 1996

Cover NoFate April 1996

Da behaupte noch mal einer, der deutsche Underground würde nicht existieren! Was die Westlichter Avalanche jedenfalls auf deren selbstfinanzierten und in Eigenregie veröffentlichten Debüt-CD Here Comes The King fabriziert haben, dürfte jeden, der Helloween, Fates Warning, eben auf anspruchsvollen und melodiebewussten (Speed-) Metal stehen, begeistern. Zu einem netten Plauderstündchin stellten sich Olaf (dr), Guido (voc) und Matthias „Matze“ (bs).

Kings will be Kings!

L.H.: Die Veröffentlichung liegt ja nun schon eine ganze Weile zurück. Wie sind denn die Reaktionen seitens der Presse und der Fans ausgefallen, und was hat sich seitdem getan bei euch?

Olaf: Die Reaktionen waren auf der ganzen Linie positiv. Wir haben sowohl in den großen deutschen, als auch in norwegischen, italienischen und amerikanischen Metal-Magazinen sehr gute Reviews bekommen. Daraufhin stieg natürlich auch die Nachfrage nach unserer Debüt-CD von seiten der Fans. Was Auftritte angeht, so sind wir letztens im Vorprogramm von AXXIS aufgetreten, denen unser Album auch sehr gut gefallen hat. Das war tierisch geil und hat uns und den Zuschauern einen Riesenspass gemacht. Ansonsten sind unsere Konzerte aufgrund unseres niedrigen Bekanntheitsgrads mal gut, mal mäßig besucht. Damit muss man als Undergroundband leben. Wir machen trotzdem immer Vollgas und geben alles, damit der Zuschauer nach dem Gig mit dem befriedigten Gefühl nach Hause geht, den Abend genau richtig verbracht zu haben. Was die Plattenfirmen angeht, da flattern uns schon ein paar Angebote ins Haus, die Konditionen waren für uns allerdings nicht akzeptabel. Wir unterschreiben halt nichts blindlings drauflos.

L.H.: Die häufigsten Vergleiche waren wohl Helloween und Fates Warning; wie lebt man als junge Band mit solchen Vergleichen? Meiner Meinung können bei einer Newcommer-Band solche Vergleiche nicht schaden, denn der Leser kann die Band so gleich einordnen und weiß so ungefähr, ob er die Musik mag oder nicht.

Guido: Ich denke, als Newcommer-Band kommt man da eh nicht drumherum, und auch für den Leser ist es kein Nachteil, also ist völlig okay.

L.H.: Im Troubadicks habt ihr zu den Lyrics nicht ganz viel gesagt, mich persönlich würden aber die Inhalte zu Flame Of Life, Private Guardians und United mal interessieren.

Guido: Flame Of Life und Private Guardians laufen eigentlich in eine ähnliche Richtung. In beiden Songs geht es um die wachsende Kriminalität, vornehmlich in Großstädten. Das Leben ist eigentlich schweinegefährlich geworden und Flame Of Life soll etwas überspitzt darauf hinweisen, dass du selbst eigentlich nur noch ein kleines Flämmchen im Sturm bist, und genug damit zu tun hast, aufzupassen, dass du nicht „ausgeblasen“ wirst. Parallel dazu gibt es dann die Private Guardians, die privaten und bezahlten Schutztruppen, die sich die wachsende Angst der Befölkerung zunutze machen, um aus dieser Situation das beste für sich raus zuschlagen. Weißt du, aus Politik und Religion möchte ich mich möglichst raushalten, das ist jedem selbst überlassen, und irgendwas muss ich mir ja raussuchen, da fand ich dieses Thema ganz ansprechend. Der Song United geht zurück auf meine Kindheit, wo wir alle zusammen im Sandkasten spielten und dieselben naiven Ideen vertraten. Und im Laufe der Zeit gingen die Wege mehr und mehr auseinander und im Vergleich zu damals sind aus uns echte Schlaffis geworden.

L.H.: Wie seid ihr denn auf den Plattentitel und das Cover gekommen (sieht recht edel aus!)?

Matze: Der Titel Here Comes The King ist eigentlich eine Hommage an unser ältestes Stück The King, mit dem das alles begonnen hat. Naja, und die Assoziation zum Schach liegt unserer Meinung nach ziemlich nahe. Zum Glück hatten wir eine Designerin an der Hand, die unsere Idee gut umgesetzt hat.

L.H.: Gibt’s denn schon neues Material?

Matze: Unser neues Material fährt ungefähr auf der gleichen Schiene: hart, melodisch, schnell und abwechslungsreich – genauso, wie es uns gefällt. Allerdings werden die Songs von der Struktur her etwas technischer und komplexer. Das liegt schon am Einfluss von Lutz (neuer Gitarrist), der fährt voll auf Dream Theater ab. Wer aber unsere erste CD kennt, wird auch beim neuen Material schnell erkennen können: Das sind Avalanche!

L.H.: Viele Musiker meinen, in einer Band kann es keine echte Demokratie geben, einer muss das Sagen haben. Wie sieht es in der Beziehung denn bei euch aus?

Guido: (Lacht) Bei uns ist das umgekehrt, da haben alle bis auf einen was zu sagen. Nein, bei uns ist das wirklich so, dass absolute Gleichberechtigung oder, wie du sagst, Demokratie herrscht. Das ist zwar oft etwas mühsam, hat aber den Vorteil, dass ein eventueller Konflikt sofort und offen ausgetragen wirdund somit schnell vom Tisch ist. Musik ist unser Hobby, da bringt jeder seine Zeit und seine Ideen ein – da soll dann auch jeder mitbestimmen sollen.

L.H.: Welche Chancen rechnet ihr euch überhaupt noch aus heutzutage, wo quasi jeden Monat dutzende neue Bands auf den Markt kommen?

Matze: Keine. Wir sind nicht darauf aus, um jeden Preis berühmt zu werden und laufen auch keiner Plattenfirma nach.

Guido: Wir wissen zwar, dass wir durchaus gute Chancen haben, einzuschlagen, da melodischer Power Metal recht selten geworden ist, aber wir erwarten jetzt keine Plattenverträge. Unser Ziel liegt vorrangig darin, möglichst auf Metall-Festivals aufzutreten, in Insiderkreisen bekannt zu werden und für Konzertveranstalter eine interessante Adresse zu werden.

L.H.: Etablierte Bands bemängeln oftmals „fehlende Risikobereitschaft“ bei deutschen Newcomern. Würdet ihr eure Berufe aufgeben, wenn das scheinbar „richtige“ Angebot kommt?

Olaf: Nur wenn das definitiv richtige Angebot kommt. Ich finde, man sollte gerade als Newcomer seine Situation nüchtern einschätzen. Musik soll uns in erster Linie Spaß machen, nur so kommt sie gut rüber. Wenn wir von der Musik leben müssten, dass wir uns ständig Gedanken machen müssten, wie wir die nächsten Monate finanziell über die Runden kommen können, wären wahrscheinlich weder wir, noch unsere Musik so sorglos und unverbraucht wie jetzt.

Guido: Wir haben zur Zeit eine Arbeitslosenquote, die so hoch ist wie nie zuvor. Darunter sind auch viele Musiker. Heutzutage ist Erfolg nicht mehr so von der musikalischen Qualität, als vielmehr von der Form der Promotion abhängig. Das sind Faktoren, auf die ich als Musiker keinen Einfluss habe. Das Musikgeschäft ist so schnelllebig, wer will da schon einfach seinen Beruf aufgeben. Es gibt Bands, die unterschreiben alles, wir nicht.

L.H.: Gibt es für euch jetzt eigentlich noch bestimmte Einflüsse, oder seid ihr schon so weit, dass man jetzt sagen kann, „wir sind Avalanche, richtet euch nach uns“?

Guido: Ich bin generell der Ansicht, dass jede Band ein Urknall ist. Das wird um so deutlicher, je mehr verschiedene Einflüsse man hat. Bei uns ist es so, dass jeder irgendwo eine andere Stilrichtung des Metal bevorzugt. Diese verschiedenen Stilrichtungen verschmelzen eben zusammen. Klar, das ist keine besondere bahnbrechende Welterneuerung, aber meiner Meinung nach stellt das Ergebnis schon einen Anspruch auf Eigenständigkeit.

Interview von Lothar Hausfeld

03. 1996 | MORBID ZINE – Undergroundstoff

Cover Morbid Zine Ausgabe 1

Cover Morbid Zine – Ausgabe 1

Avalanche – Here Comes The King

Für diese CD die in Eigenproduktion erschienen ist gibt es zu sagen. Dieser recht gut gemachte Power Metal ist stark Helloween, Gamma Ray beeinflusst, da sich Sänger Guido sehr nach Michael Kieske anhört. Die CD enthält tolle Songs z. B. United oder A Romantic Lovesong. Sie ist jedem Power Metal Fan wärmstens zu empfehlen.

Niels Penke

 

25. 02. 1994 | Spektrum music-hall

Spektrum music-hall

30. 06. 1993 | Virgin Steele & Sahara – support act Avalanche

Sahara - support act Avalanche

Sahara

Live from USA Fast fünf Jahre ist es her, dass die New Yorker Klassik-Metaller Virgin Steele von sich reden machten. 1988 erschien mit Age Of Consent das letzte Werk der Band, wenig später verschwand die Band um den Ausnahmesänger und Keyboarder David DeFeis im Untergrund. Life Among The Ruins Längst tot geglaubt melden sie sich plötzlich wieder mit einem neuen Album. Die Auferstehung aus den Ruinen ist gelungen, denn knüpft – nomen est omen – nahtlos an die alten Erfolge an, ist sogar noch viel besser.

Erst jüngst aufgegangen ist der Stern von Sahara auf der anderen Seite des Kontingents unseres „großen Bruders“. Die Band aus Los Angeles hat sich in kürzester Zeit als echte Newcomer-Band etabliert, ihr Debut-Album Going Crazy (1992) wurde in zahlreichen Rock Magazinen geradezu gefeiert. Und das klingt z. B. so: „Going Crazy ist mit die beste Meldic-Metal-Platte, die mir jemals untergekommen ist und enthält 9 Kompositionen die allesamt einmal Klassiker-Status erlangen werden.“ (Wolfgang Schäfer in „Heavy, oder was“).

Wer besser als Avalanche, die heimischen Vertreter der Hardrock- oder Power-Metal-Familie, könnten das Konzert der amerikanischen Verwandschaft eröffnen, und die Band aus Dortmund/Unna wird es in bewährter Weise tun mit harter melodischer Gitarrenmusik und abwechslungsreichem Gesang.

Ticket zum KonzertHELLWEGER ANZEIGER (30. 06. 1993) Hardrock-Bands in der Brauerei Ein „Muss“ für alle Hardrock- und Metal-Fans ist das Konzert mit den beiden amerikanischen Bands Virgin Steele und Sahara am Dienstag, 6. Juli, um 20 Uhr in der Lindenbrauerei. Nach fast fünf Jahren sind die New Yorker Klassik-Metaller Virgin Steel, die zuletzt 1988 mit dem Album Age Of Consent von sich Reden machten, aus dem Untergrund wieder aufgetaucht. Die Band stellt im Kühlschiff ihr neues Werk Life Among The Ruins vor. Als echte Newcomer-Band etabliert hat sich in jüngster Zeit die Band Sahara aus Los Angelas. Ihr Debütalbum Going Crazy hat nicht nur in Amerika sondern auch in Deutschland auf Anhieb viele Fans begeistern können. Mit dabei am 6. Juli auch die Band Avalanche aus Dortmund/Unna, die als heimischer Vertreter der Hardrock-Familie das Konzert der US-„Verwandschaft“ eröffnen wird.

Titel Rock Hard Nr. 76 September '93

Rock Hard Nr. 76 September ’93

Rock Hard Nr. 76 September ’93 Virgin Stele, Sahara & Avalanche Unna, Lindenbrauerei. Virgin Steele und Sahara gastierten in einigen äußerst merkwürdigen Clubs auf ihrer kürzlich beendeten Deutschland-Tour. Auch von der „Lindenbrauerei“ hatte ich noch nie zuvor etwas gehört. Der Laden entpuppte sich als ein recht schmuckes Venue, das mit gut 100 Leutchen allerdings nur sehr spärlich gefüllt war. Kein Wunder, denn Virgin Steele hatten sich seit 1987 nicht mehr in Germany blicken lassen und gerieten dadurch bei vielen Leuten in Vergessenheit.

Als Support fungierten an diesem Abend Avalanche, die nicht nur den Kollegen Stratmann und mich nach wenigen Minuten mit ihrem 08/15 Metal nervten. Ihre Instrumente beherrschen die Jungs zwar, und der Sänger wäre an sich auch nicht übel, wenn er nur des öfteren mal die richtigen Tön treffen würde. Merkwürdigerweise wurden die Jungs vom Publikum ziemlich gefeiert. Muss wohl der Fankreis der Band gewesen sein. Zu allem Überfluss machten sich Avalanche auch noch bei den anderen Bands unbeliebt, weil sie sich angeblich die kompletten Vorräte an alkoholischen Getränken eingeflößt haben, so dass für die Hauptbands nichts mehr übrig blieb.

Sahara waren wenig später die Erlöser für meine geplagten Ohren, auch wenn der Sound nicht gerade überragend war. Das lag allerdings nach übereinstimmender Äußerungen beider Soundleute an der mageren P.A. Anyway, das Quintett aus L.A. wußte auch so durch professionelles Stageacting, gute Songs und eine sympathische Ausstrhlung zu überzeugen, wobei natürlich vor allem Frontfrau Liz im Blickfeld stand, deren Gestenspiel wirklich interessant zu beobachten war. Irgendwie erinnert mich Sahara an die kanadische Formation Heart, was auf jeden Fall als Kompliment aufgefasst werden sollte. Das Publikum schien die Band jedenfalls zu mögen und honorierte die Performance durch lautstarken Applaus

Ed Pursino, Quelle: Rock Hard Nr. 76 September '93, Foto von Holger Stratmann

Ed Pursino, Quelle: Rock Hard Nr. 76 September ’93, Foto von Holger Stratmann

Nach einer nicht enden wollenden Umbaupause standen dann endlich meine alten Heroen von Virgin Steele auf der Bühne, die mit Girl Gone Bad, Sex Religion Machine, We Rule The Night und On The Wings Of The Night einen guten Einstieg hatten. Leider konnte man so gut wie keine Gitarre hören, doch Stratmann hatte die rettende Idee: Einfach in die erste Reihe vor Ausnahmeklampfer Ed Pursino bzw. dessen Gitarrenamp stellen, und schon war die Welt wieder in Ordnung.

Die Show war die ersten 45 Minuten lang wirklich mitreißend, wobei neben Pursino vor allem Sänger David DeFeis die Akzente setzte. Immer wieder erstaunlich, woher dieses kleine, hagere Bürschchen dies Wahnsinns-Power seiner Stimme herholt. Muss wohl daran liegen, dass seine Schwester Opern-Sängerin ist… Leider flachte die Qualität der Show später ab, weil Virgin Steele denselben Fehler begingen wie auf ihrer letzten Tour im Vorprogramm von Black Sabbath: Sie spielten zu viele neue Songs, die bis dato auf keinem Logplayer veröffentlicht worden sind. Ganze vier Nummern vom wirklich nicht schlechten Lonplayer Life Among The Ruin wurden geboten, und die alten Klassiker, von denen außer den bereits genannten nur noch Fight Tooth And Nail (in einer bitterbösen Version!), Angel Of Light und Noble Savage gebracht wurden, wurden sträflich vernachlässigt. Selbst das von den Fans lautstrk geforderte Burning Of Rome fand nicht den Weg in die Setliste, weil es die Band schlichtweg nicht einstudiert hatte – stattdessen gab es eine langweilige, zehn minütige Version von Superstitious als Zugabe, bei der die Band zwar fleißig Jammte und auf den Instrumenten brillierte, die aber viel zu langatmig war.

Leider erreichten die neuen Songs wie Snakeskin Voodoo nicht mal ansatzweise die Qualität der älteren und aktuellen Songs, so dass aus dem ursprünglichen Triumphzug ein Konzert wurde, das den Rezensenten mit einem zwiespältigen Gefühl nach Hause fahren ließ, zumal eines der Bandmitglieder von Virgin Steele beim Backstage-Smaltalk erwähnte, dass die Band Scheiben wie Noble Savage und Age Of Consent mittlerweile überhaupt nicht mehr mögen würden. Ich habe schlimme Befürchtungen für die Zukunft…

Text: Frank Albrecht/Foto: Holger Stratmann

03. 1993 | Demo – In Search Of Yaga

Bilder aus dem Studio (In Search Of Yaga)

19. 12. 1992 | 10 Jahre Jugendzentrum Holzwickede

10 Jahre Jugendzentrum Holzwickede 19. Dezember 1992

Guido

HELLWEGER ANZEIGER (Montag, 21. Dezember 1992)
Rock made in Holzwickede – Ein Konzert mit anschließender Feier für die ehemaligen Besucher des Jugendzentrums in Holzwickede bildete des perfekten Abschluss der Jubiläumswoche anlässlich des zehnjährigen Bestehens.

Westfälische Rundschau (Montag, 21. Dezember 1992)
Aus Anlaß des zehnjährigen kamen die Musiker und Musikerinnen der ersten Stunde wieder zusammen – und begeistertendie Geburtstagsgäste mit heißen Rhythmen

Der „Geist der 80er Jahre“ schwebte am Samstagabend noch einmal durch das Holzwickeder Jugendzentrum. Zahlreiche gute Musiker begannen ihre Karriere nämlich in einer Band des beliebten Jugend-Treffs an der Rausinger Straße. Nach Beendigung ihrer Schul- und Ausbildungszeit verloren sich ihre Spuren – doch nicht für immer. Am Samstag kamen sie zum Abschluß der zahlreichen Veranstaltungen zum zehnjährigen Bestehen der Kreis-Einrichtung alle noch einmal zusammen und begeisterten mit heißen Klängen.

Auf Gage verzichteten die Musiker großzügig „Wir spielen hier nur für Freibier“, erklärten sie. Es sei schön, endlich mal wieder die „alten Kumpel“ zu treffen, obwohl bei einige das wiedererkennen schwer fiel, ist doch die Haarmähne der früheren Tage nicht mehr so dicht. Hardrock und Roch verlernten sie nicht.

Und so „fetzten“ sie auf der Mini-Bühne der Jugendzentrums munter los. „Buttersoft Brain“ (Martin Fritsch, Olaf Bartmann, Jürgen, Volker und Ulli Scherding, Torsten Runge, Markus Lettmann und Michael Berkemann), „Avalanche“ (Olaf Bartmann, Matthias Knabe, Carsten Chilla, Thomas Ludwig und Guido Brieke) sowie „Crique“ (Martin Fritsch, Michael und Petra Berkemann, Jürgen Bartmann, Jupp Dudenhausen und Fanny Olbrich) ließen die „guten alten Zeiten“ mit Rock „Made in Holzwickede“ noch einmal aufleben.

26. 02. 1992 | Hardrock-Festival

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Carsten

Im Kühlschiff der Lindenbrauerei Unna

HELLWEGER ANZEIGER (18. Februar 1992)
Hardrock in der Brauerei Ein Hardrock-Festival wird es am 26. Februar in der Brauerei geben. Mit dabei sind „Avalanche“ mit harter melodischer Gitarrenmusik, hämmerndem Schlagzeug und abwechslungsreichen Gesang. „Parent’s Hope“, die ihre alltäglichen Eindrücke in bissige-provozierende Texte umsetzen und von Baladen bis zu harten Rocknummern ein breites Spektrum bieten. Der Höhepunkt ist jedoch der Auftritt von „Blue Velvet“. Die Band eröffnet damit ihre Deutschlandtournee.

Avalanche in der Lindenbrauerei Unna 26.02.1992

Thomas, Guido, Matze und Carsten

HELLWEGER ANZEIGER (28. Februar 1992)
Hardrock-Festival In der Brauerei: Mittwoch Abend sorgten im Kühlschiff gleich mehrere Bands für Stimmung. „Parent’s Hope“, die ihr Publikum mit bissig-provozierenden Texten konfrontierten und von der Ballade bis zur harten Rocknummer ein breites Spektrum bieten gehörten dazu. Außerdem waren „Blue Velvet“ und „Avalanche“ zu hören.

 

 

21. 11. 1992 | TON-Festival

Ticket Ton Festival 1992

Kühlschiff der Lindenbrauerei Unna

Präsentation der ersten TON-CD Unknown Curious Thinx From Outer Space

HELLWEGER ANZEIGER (Montag, 23. November 1992)
Neun heimische Rock-Formationen stellten sich im Kulturzentrum vor – Eigene Werke auf gemeinsamer CD verewigt.

Nachwuchs-Bands bestanden Bühnentest mit Bravour

Pressefoto Avalanche (1992)

Matze, Thomas und Olaf (hinten stehend) – Carsten und Guido (vorne)

Das Schild „Ausverkauft“ hing am Wochenende nicht nur am Kassenhäuschen der Stadthalle. Bereits ab 19:30 Uhr lief in Sachen „Tickets“ für die Konzertveranstaltung im Kühlschiff der Lindenbrauerei nichts mehr. Neun Unnaer Bands reichten sich bis spät in die Nacht hinein das Mikrofon in die Hand.

…Vertreten waren am Samstag Abend die Gruppen „S.C.O.R.“, „Avalanche“, „Private Joke“, „Desert Rain“, „McGiuness“, „NBW“, „Paderborner Hauptbahnhof“ – man achte auf die Abkürzung PHB – „The K“ und „itsmisunshi“. … „Das beste an diesem Abend“, darüber waren sich alle einig, sei die „irre“ Stimmung im Kühlschiff, bei der die Gruppen sich wie die Stars von morgen profilierten.

Westfälische Rundschau (Montag, 23. November 1992)
Fast alle Musikrichtungen waren beim Konzert der Musikinitiative TON zu hören

Die Besucher-Massen begeisterten sich in der Brauerei am guten TON

Das Kühlschiff der Lindenbrauerei bebte. Die Unnaer Musikinitiative TON präsentierte mit einem Mammut-Konzert ihre kürzlich aufgelegte CD, auf der vielversprechende Musikgruppen aus dem hiesigen Raum ihr Können zu Gehör bringen…